Lippisches Kamera Museum

Beim Überfahren des Bildes mit der Maus,
sehen Sie die Kamera mit abgenommenem Objektiv.

Hersteller Kamera-Werkstätten Guthe & Thorsch
Typ Praktina IIa
Filmtyp 24 x 36 mm, Kleinbildfilm 135
Baujahr 1958 - 1961
Optik
Wechselobjektiv mit Praktina Bajonett
Carl Zeiss Jena Biometar 1:2,8/80 mm
Verschluss Tuch-Schlitzverschluss (1" - 1/1000 und "B")
zusätzlich Vorlaufwerk
Belichtungsmessung ohne
Fokussierung Manuell, 0,7 m - ∞
Blitzanschluss

PC-Buchse links vorne

Ende 1949 begann man in den Kamera-Werkstätten Niederselitz mit der Entwicklung der Praktina, damals noch unter dem Arbeitstitel "Praktica II". Gewünscht war eine neuartige Systemkamera mit wechselbarem Suchersystem, einem neuen Schlitzverschluss bis 1/1000 sec und einer einfachen, zentralen Zeiteinstellung.. Wichtig war auch hier die Synchronisation mit sämtlichen Blitzarten und die Möglichkeit des motorischen Schnellaufzuges. So kam im Jahre 1952 die erste Version der Praktina in den Handel, es war weltweit die erste richtige Systemkamera. Die Kamera ließ sich in allen Belan- gen an die Erfordernisse anpassen. Da die Kamera auch für den professionellen Einsatz gedacht war, gab es neben Wechselsuchern, Einstellscheiben auch ein 17 m Langfilmmagazin und zwei motori- sche Schnellaufzüge. Diese gab es als Federwerkmotor und als elek- trischen Schnellaufzug mit elektromagnetischem Auslöser. Als besonderes Extra ist in der Praktina ein zusätzlicher Durchsicht- sucher eingebaut, so wurden z.B. Sportaufnahmen sehr vereinfacht. Für mich eines der ganz besonderen Highligts. Für die Praktina wurde ein eigener neuer Objektivanschluss entwickelt und gefertigt. Ein sehr ähnliches, vergrößertes Bajonett kam in der KW Pentacon six TL zur Anwendung. 1953 kam die Praktina FX mit 2 genormten Blitzbuchsen, je eine "F" und eine "X" Buchse, und einer halbautomatischen Blendensteuerung auf den Markt. Im Jahre 1958 wurde die Praktina FX dann durch die neue Praktina IIa abgelöst. Neu war die vollautomatische Blendensteuerung und, dass nur noch eine zweipolige Blitzbuchse verbaut wurde. Sämtliche Anbau- und Zubehörteile konnten von den beiden Vorgängermodellen übernommen werden. 1960 kam dann leider das Ende dieser hervorragenden Kamerareihe. Mittlerweile hatte sich als Standard der günstigere M 42 x 1 Objektivanschluss durchgesetzt und so war die Praktina Fertigung teuer und unwirtschaftlich geworden. Schade. Im Bild rechts können Sie eine Zeitungsanzeige aus dem Jahre 1960 zur Kamera sehen. Auf dem Foto ist die Kamera mit dem elektrischen Schnellaufzug und angesetztem Langfilmmagazin zu sehen, eine wahrhaftig imposante Erscheinung.

© Text und Bilder von Dirk Böhling
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Praktina IIa